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  • Kerstin Gesselbauer

Meine Gedanken zur aktuellen Lage....

Was passiert hier gerade in unserem Land, in unserer Gesellschaft, in unseren Familien? Niemand kann hier wegschauen, wir alle sind betroffen, von allem was sich politisch und gesellschaftlich tut, jeder auf seine eigene Art und Weise. Jeder von uns hat dazu seine eigene Sichtweise, seine eigenen Gedanken, Gefühle, Emotionen und Ängste. Mensch zu sein bedeutet, zu fühlen, zu denken und zu handeln, jeder trägt dafür selbst die Verantwortung und darf die Konsequenzen seines Handelns tragen, daraus lernen und daran wachsen. Als Mensch leben wir in einer Gemeinschaft, sind Teil einer Familie, eines Freundeskreises, eines Arbeitsumfelds und somit auch Teil einer Gesellschaft. Wenn wir selbstbestimmt und selbstverantwortlich nach unseren eigenen Prinzipien, Wertvorstellungen und moralischen Überzeugungen handeln, hat dies unweigerlich Auswirkungen auf unser Umfeld, unsere Familie und letztendlich auch auf unsere Gesellschaft. Somit sind wir, als Teil einer Gesellschaft, auch dazu verpflichtet, unser Handeln so auszurichten, dass wir niemandem schaden, niemanden dadurch diskriminieren oder ausschließen und moralische und ethische Grundsätze nicht verletzen.

Aktuell ist das Thema der "Spaltung der Gesellschaft", ausgelöst durch die Pandemie und den gesellschaftlichen und politischen Umgang damit, in aller Munde. Je länger wir in dieser Krise stecken, desto lauter wird die Diskussion, desto stärker werden die Emotionen und desto mehr verlieren wir uns selbst darin. Aus Sicht der Psychologie, führt jede starke emotionale Erregung, zu einem Verlust der Handlungsfähigkeit, der kreativen Lösungsfindung und des Blicks auf das Positive, auf das was wir haben. Stattdessen sind wir fokussiert auf das, was wir fürchten zu verlieren. Je länger diese starke Anspannung und die damit verbundenen blockierenden Emotionen andauern, desto stärker wird die Abwärtsspirale aus der wir uns nur schwer befreien können. Ganz offensichtlich sind viele Menschen von diesen blockierenden Emotionen betroffen und finden nur ganz mühsam Wege damit umzugehen. Es ist menschlich, sich gegen etwas aufzulehnen, was nicht den eigenen Überzeugungen, Vorstellungen, Erwartungen entspricht um dadurch nicht das Gefühl zu haben, einer Situation "ausgeliefert" zu sein. Menschen tun dies tagtäglich, in ihrem eigenen Umfeld, am Arbeitsplatz, in der eigenen Familie. Sehen wir genau hin, stellen wir fest, dass es immer schon unterschiedliche Meinungen zu Themen gibt, die Beziehungen zerbrechen lassen, die Familien voneinander entfernen, die Arbeitsgemeinschaften stark beeinträchtigen oder ganze Gemeinschaften (Vereine, Gemeinden, Organisationen etc.) spalten. Wir sind Teil eines Ganzen, wo auch immer das Ganze beginnt oder endet und sind damit auch mit vielen Meinungen anderer konfrontiert, die nicht immer den eigenen entsprechen. Wenn wir in unserer kleinen privaten Welt (in der Beziehung, der Familie, dem engeren Umfeld, dem Arbeitsplatz etc.) Meinungsverschiedenheiten austragen, aufeinander wütend sind, uns beschimpfen, Vorwürfe machen, jemanden verletzen und letztendlich uns von jemandem abwenden, ändert dies nichts an unserer Gesellschaft im Ganzen, es steht in keiner Zeitung, es wird nicht öffentlich diskutiert, es ist schlichtweg unser eigenes persönliches Thema.

So, wie wir es in unserer kleinen Welt gewohnt sind, mit Meinungsverschiedenheiten, anderen Ansichten, anderen Wertvorstellungen miteinander umzugehen, so tun wir dies auch, wenn es um gesamtgesellschaftliche Themen geht. Daher ist die aktuelle Spaltung der Gesellschaft keine Überraschung sondern ein Abbild dessen, was das Menschsein im Jahr 2021 kennzeichnet.

Es fällt uns schwer, andere Meinungen zu respektieren, wir lehnen andere dadurch ab, wir suchen Schuldige, wenn etwas nicht unseren Erwartungen entspricht, wir klagen an, wir zeigen mit dem Finger auf andere, wir wehren uns notfalls auch mit Gewalt. Neid, Geiz und Missgunst sind allgegenwärtig, besser zu sein als andere, mehr zu besitzen, schöner, erfolgreicher zu sein, Glück nur im Außen findend, nicht in sich selbst. Wir haben verlernt, respektvoll miteinander umzugehen, zuzuhören, uns auf Augenhöhe zu begegnen, das Vereinende zu suchen, Verantwortung zu übernehmen, einander mit Liebe zu begegnen und zu vertrauen. Wir dürfen bei uns selbst beginnen, uns selbst zu lieben und zu vertrauen, dann erst können wir das auch im Außen tun. Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Angst. Wir alle haben Angst und dürfen uns auf den Weg machen, Möglichkeiten zu finden, damit zu leben ohne anderen damit zu schaden. Veränderung beginnt bei uns selbst und kann dann zur Änderung der Gesellschaft führen. In Wahrheit sind wir doch alle auf der Suche nach Liebe, Friede, Gesundheit und einer Portion täglicher Glücksmomente :).







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