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  • Kerstin Gesselbauer

Wenn wir versuchen, mit Oberflächlichkeiten Wirkung zu erzielen.....

Obwohl es unserer Gesellschaft grundsätzlich so gut geht wie nie zuvor (Wohlstand, Lebensqualität, Kommunikationsmöglichkeiten, Bildung, Technologie, Angebot an Gütern und Dienstleistungen etc.) befinden sich viele von uns in einem Dauerzustand der Frustration, der Überforderung, der Depressivität und Negativität. Diese emotionale Schieflage ist so weit verbreitet und selbstverständlich geworden, dass wir uns dessen oft nicht bewusst sind. Bemerkst du diese Entwicklung....in deinem Umfeld, in deiner Familie....oder vielleicht bei dir selbst? Die aktuelle herausfordernde Situation trägt nicht dazu bei, dieser Entwicklung der psychischen Gesundheit unserer Gesellschaft entgegenzuwirken, im Gegenteil, sie verstärkt diese noch mehr.

Warum fällt es uns so schwer, uns an dem, wer wir sind und welche Möglichkeiten und Freiheiten wir haben, zu erfreuen, anstatt in Unzufriedenheit, Neid- und Wutgefühlen zu versinken?

Ich möchte vermuten, dass ein Grund dafür, in dem wachsenden Anspruch an uns Menschen liegt, ein möglichst perfektes Bild von sich selbst in die Gesellschaft hinauszutragen, nicht zuletzt durch die stark beeinflussende Wirkung der Sozialen Netzwerke - und das ist mühsam, anstrengend und beeinflusst unser mentales Wohlbefinden.

Ein attraktives äußeres Erscheinungsbild, modische Kleidung, der Besitz der neuesten Technikprodukte und des teuersten Autos sind nur wenige dieser imagebringenden Faktoren, die uns Menschen ins rechte Licht rücken und bei anderen eine entsprechende Wirkung erzielen sollen. Auch unsere Einstellungen, Wertvorstellungen, Überzeugungen orientieren sich oftmals an dem, was in der Gesellschaft "IN" ist, was uns das Image eines tollen, modernen Menschen bringt und uns "zugehörig" fühlen lässt. Wir passen daher gerne unser Image und unser Verhalten an die Erwartungen der Gesellschaft an, stehen damit aber oft im Widerspruch zu unserem tiefsten inneren ICH.

Dieser dauernde Kampf ums gute Image hat einen besonders tiefgreifenden Effekt: er erzeugt Angst. Angst vor der falschen Kleidung, dem falschen Haarschnitt, der Wahl des falschen Mobiltelefons, jede Handlung wird zum Risiko, dem eigenen Image Schaden zuzufügen, eine schlechte Wirkung auf andere Menschen zu erzielen, Angst nicht dem gesellschaftlichen Ideal, wer auch immer dieses definiert, zu entsprechen.

Wer ein glückliches, zufriedenes, freudvolles Leben von seinem Image, seiner perfekten "Oberfläche" abhängig macht, anstatt die Kraft für ein erfülltes, entspanntes Leben aus dem sicheren Vertrauen in sein eigenes ICH, seine eigenen Stärken und Ressourcen zu ziehen, wird dieser Angst nur schwer entkommen können.

Wo das Image eines Menschen besonders stark in den Vordergrund rückt, erblickt man hinter der Fassade oftmals einen Menschen mit wenig Vertrauen in sich selbst, kaum Bewusstsein über seine wahren innere Werte und wie diese für die positive Gestaltung des eigenen Lebens genützt werden könnten.

Ganz ehrlich, was fällt dir ein, wenn du meine Zeilen liest? Worin findest du dich selbst wieder?

Wäre es nicht so viel schöner, wenn wir aufhören würden, unser Verhalten danach auszurichten, was die beste Wirkung im Außen erzielt? Lasst uns einfach sein, wie wir sind. Es ist so viel entspannter, nicht jede Handlung, jedes Verhalten erst beurteilen zu müssen, ob es den Erwartungen entspricht, ob "man es tut oder nicht" oder ob es uns in ein gutes Licht rückt, bevor wir aktiv werden.











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