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  • Kerstin Gesselbauer

Wie Selbstbilder entstehen!

Bestimmt warst du auch schon einmal in der Situation, dich jemandem oder einer Gruppe von Menschen vorzustellen. Sei es am Arbeitsplatz, auf einem Seminar oder im privaten Bereich. Vermutlich sind dir dabei ganz spontan ein paar Sätze eingefallen, mit denen du dich beschreiben konntest. Dein Name, dein Wohnort, dein Beruf, ein paar Eindrücke aus deiner beruflichen Vergangenheit...all diese Beschreibungen sind für uns selbstverständlich und gehören zu unserer Identität. Das Bild, das wir von uns haben, besteht aber aus so viel mehr als aus diesen oberflächlichen Informationen. Wir alle haben eine ganz persönliche Geschichte, die sich aus all unseren Erfahrungen und unseren Bewertungen, die wir diesen Erfahrungen beimessen, wie ein Puzzleteil zusammensetzt.....und uns zu dem Menschen macht, der wir heute sind. Aus vielen kleinen alltäglichen Situationen konstruieren wir unsere Sichtweise darüber, wer wir sind und wie die Welt funktioniert. Wir halten diese Wahrheit oft für unsere einzige Wahrheit und halten unser Leben lang daran fest, auch wenn wir dabei vielleicht nicht glücklich sind.


Jede Geschichte ist so individuell, dass sie kein anderer genau so schreiben kann wie du selbst! Vielleicht haben manche ganz viele ähnliche Erfahrungen wie du gemacht, haben aber heute ein Selbstbild, das sich von deinem in vielen Aspekten unterscheidet. Alle unsere Erfahrungen prägen unser Selbstwertgefühl, also das Ansehen das unserer eigenen Person gilt, wie wir zu uns stehen, wie stark wir uns selbst vertrauen und in welcher Grundstimmung wir unser Leben leben. Selbstbilder sind aber manchmal trügerisch, weil sie oberflächlich betrachtet vielfach schöner und bunter gezeichnet sind, als sie tief in unserem Inneren wirklich aussehen. Wir merken das dann, wenn unsere äußeren Bedingungen scheinbar keine "Bedrohung" für uns darstellen, es keine wirklichen Probleme, Konfliktsituationen oder Krisen gibt, wir aber dennoch oft Gefühle von Stress, Anspannung und Überforderung empfinden. Findest du dich auch manchmal in dieser Situation wieder?


Du findest Auslöser für diese Gefühle in dir selbst, wenn du bereit bist, deinem inneren Kritiker, deiner kritischen inneren Stimme zu lauschen. Hör ganz aufmerksam hin, was dir diese Stimme immer und immer wieder zuflüstert, die du noch nie bewusst wahrgenommen hast: "Das kannst du doch nicht.", "Versuch es doch erst gar nicht, das geht sowieso schief.", "Pass auf, geh ja kein Risiko ein.", "Du bist ja so schüchtern, stell dich ja nicht in die erste Reihe.", "Nur nicht faul werden, auf geht's.". Diese innere Stimme ist uns so vertraut, dass wir sie einfach nicht bewusst wahrnehmen, sie uns aber tagtäglich begleitet und wir unser Verhalten danach ausrichten. Aber bist das wirklich du? Glaubst du wirklich so zu sein? Würdest du dein Leben vielleicht anders gestalten, wenn diese negative innere Stimme verstummen würde?

Wenn du magst, widme dich in den nächsten Tagen bewusst deinem inneren Kritiker. Was flüstert er dir zu? Möchtest du dass er dich weiterhin kritisiert oder bevormundet? Nachdem du das herausgefunden hast, darfst du dich von ihm distanzieren. Vielleicht gibst du ihm einen Namen wie z.B. "mein nörgelnder Untermieter" und sprichst mit ihm, sobald du ihn das nächste Mal wahrnimmst. "Ah, da wird ja mein nörgelnder Untermieter wieder laut. Ich möchte dir nicht mehr zuhören, du darfst bitte wieder gehen." So schaffst du Abstand zwischen dieser inneren Stimme und deinem wahren Ich und hast wundervolle Möglichkeiten, dir einen freundlicheren Untermieter zu suchen, der dich bestärkt, dir Mut zuspricht und dich so liebt, wie du bist.




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